Aufruf
Heißer Herbst 2010 in Berlin

 

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Behindertenassistenz besser entlohnen!!!

 

Für transparente Vergütungsverhandlungen zwischen dem Berliner Senat und den Anbietern persönlicher Assistenz!

 

In Berlin arbeiten über 1000 Beschäftigte in der persönlichen Assistenz und ermöglichen Behinderten ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben. Der überwiegende Anteil der Beschäftigten ist bei drei großen Anbietern, ein weiterer Teil unmittelbar bei den Behinderten angestellt.

Im Herbst 2010 wird der Vergütungsvertrag zwischen Kostenträgern und Anbietern von Persönlicher Behindertenassistenz, der Leistungskomplex 32, in Berlin neu verhandelt. Nach jahrelanger Lohnstagnation und massiven Lohnabsenkungen für Neubeschäftigte fordern die in der Behindertenassistenz Beschäftigen deutliche Lohnsteigerungen und die Teilnahme an den Verhandlungen zwischen Senat und Anbietern.

 

Einladung zu einer Podiumsdiskussion mit anschließender Ausstellungseröffnung

 

Der Betriebsrat ambulante dienste e.V. und weitere Betriebsräte sowie Beschäftigte aus der Persönlichen Behindertenassistenz laden am Donnerstag, den 30.9.2010 um 19 Uhr zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung über die Zukunft der Behindertenassistenz in Berlin.

 

Es diskutieren:

Muchtar Cheik Dib (Betriebsratsvorsitzender ambulante dienste e.V.)

Minka Dott (sozialpolitische Sprecherin der Berliner Fraktion der Linken)

Rainer-Maria Fritsch (Berliner Staatssekretär für Soziales)

Rainer-Michael Lehmann (SPD, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses)

Jasenka Villbrandt (sozialpolitische Sprecherin der Berliner Fraktion Bündnis90/Die Grünen)

Uta Wehde (Geschäftsführerin ambulante dienste e.V.)

Michael Zander (ak moB)

 

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion eröffnet die Ausstellung „jenseits des helfersyndroms II – künstlerische Positionen zu Care Working und Behindertenassistenz“ in der Galerie ZeitZone in unmittelbarer Nachbarschaft zum Familiengarten. Auch hierzu laden wir Sie herzlich ein.

 

 

Behindertenassistenz – Wer hilft hier wem? 11,50 € hilft allen!!!

 

Podiumsdiskussion: Donnerstag, 30.9.2010 - 19 Uhr

Familiengarten, Oranienstr. 34, 10999 Berlin

 

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 30.9.2010 - 21 Uhr

Galerie Zeitzone, Adalbertstr. 79, 10997 Berlin, vom 1.10.-13.10.2010, tgl. von 16-20 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Aufruf zum Scheiß-Streik 2009

 

Für das Geld machen wir den Scheiss nicht mehr... weg!!!

Als Beschäftigte im Bereich der ambulanten Pflege und persönlichen Assistenz von Behinderten haben wir genug von ständigen Lohnabsenkungen, Reallohnverlusten und immer katastrophaleren Arbeitsbedingungen. Es reicht!

Gegen die anhaltende Abwertung unserer Arbeit wollen wir ein deutliches Zeichen setzen. Deshalb rufen wir alle in diesem Sektor Beschäftigten dazu auf: Beteiligt Euch am

 

SCHEISS-STREIK I

 

>>> Aktionszeitraum 27. April bis 27. Mai 2009 >>>

 

Wir werden den täglich anfallenden Scheiß nicht mehr einfach still schweigend entsorgen, sondern den Scheißefluss unmittelbar zu all den Akteuren umleiten, die für die zunehmend beschissenen Arbeitsbedingungen in diesem Sektor verantwortlich sind. Aus diesem Grund versenden wir vom 27. April 2009 einen Monat lang mit Scheiße befüllte Kotröhrchen an unterschiedliche private und gemeinnützige Pflegedienstanbieter, an die paritätischen Wohlfahrtsverbände, politischen Entscheidungsträger, Zeitarbeitsfirmen, Vermittler von ausländischen Billigpflegekräften und alle anderen, die als einzigartiges Interessenskartell dafür sorgen, den gesamten Pflegebereich in den Niedriglohnsektor zu drücken.
(zum Flyer geht es hier)

 
Wer kann sich am Scheiß-Streik beteiligen?

 

Am Scheiß-Streik kann sich jeder beteiligen, der genug vom Lohndumping hat und sich gegen die immer schlechteren Arbeitsbedingungen im Bereich der ambulanten Pflege und Assistenz wehren will.

  • Egal ob Du bei einem der kleinen privaten Pflegedienstanbieter, bei einem gemeinnützigen Verein oder den großen kirchlichen Trägern beschäftigt bist;
  • egal ob Du im Rahmen eines persönlichen Budgets direkt bei der zu pflegenden Person völlig vereinzelt arbeitest;
  • egal ob Du gezwungen bist, Dich über eine Zeitarbeitsfirma im Pflegebereich vermitteln zu lassen;
  • egal ob Du von der Arbeitsagentur als 1-Euro-Kraft (MAE’ler) genötigt wirst im Pflegebereich zu arbeiten;
  • egal ob Du als migrantische Pflegekraft für einen geringen Pauschalbetrag in so genannten Einwohnmodellen rund um die Uhr zur Verfügung stehen musst;
  • egal ob Du ohne jede Vergütung zu Hause Angehörige zu pflegen hast oder auf Grund der zahllosen Versorgungslücken als Ehrenamtler arbeitest -
alle können an dieser Aktion teilnehmen. Wir wissen, dass die hohe Ausdifferenzierung unserer Arbeitsverhältnisse Methode hat, und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie der Pflege selbst nur erreicht werden kann, wenn wir beginnen, uns gemeinsam zu wehren.
 
Wie kannst Du Dich am Scheiß-Streik beteiligen?
  1. Besorg Dir einige Kotröhrchen - in jeder Apotheke für ein paar Cent erhältlich.
  2. Befülle die Kotröhrchen.
  3. Druck Dir den Aufkleber für das Kotröhrchen und das Röhrchen-Begleitschreiben aus, das du individuell ergänzen kannst.(download hier).
  4. Suche Dir die Adressen derjenigen Institutionen und Arbeitgeber heraus, die du für mitverantwortlich an den immer schlechteren Arbeitsbedingung hältst.
    (Eine Auswahl recherchierter Adressen findest Du hier)
  5. Gib Kotröhrchen und Begleitschreiben in einen Umschlag. Adressiere und frankiere ihn und ab damit zur Post. (Die meisten Kotrörchen sind allerdings leider für einen Standardbrief zu dick, so dass er als Maxibrief für 2,20 € versendet werden muss.)
  6. Wichtig: Hinterlasse hier im Postingbereich eine kurze, wenn Du willst, anonyme Mitteilung darüber, an wen Du mit welcher Begründung die Kotröhrchen geschickt hast. So können wir und andere einen Überblick bekommen, wie viele sich an dem Scheiß-Streik beteiligen. Das macht auch Unentschlossenen Mut.
    (zum Online-Formular der Dokumentation geht es hier)
  7. Mache KollegInnen auf die Aktion aufmerksam. Organisiere in Deinem Betrieb, in Deiner Stadt kollektive Versandhappenings. Sprich mit der Presse über die Aktion.
    (Presserklärung hier)
 
Verpufft die Aktion nicht einfach ohne etwas zu verändern?

 

Natürlich ist es schwierig, grundsätzlich etwas an den extrem schlechten Arbeitsverhältnissen im Bereich der ambulanten Pflege und persönlichen Assistenz zu verändern. Unsere Aktion kann erst einmal nur öffentliche Aufmerksamkeit auf die miserable Situation lenken - dazu bedienen wir uns des drastischen Mittels „Scheiße“ als Botenstoff für unhaltbare Zustände. Die Aktion kann nicht ersetzen, dass Ihr Euch konkret an Eurem Arbeitsplatz mit Euren Kolleginnen organisieren und auch dort für bessere Arbeitsbedingungen streiten müsst. Vielleicht könnt Ihr diesen Scheiß-Streik zum Anlass nehmen, um mit KollegInnen ins Gespräch zu kommen. Verabredet Euch beispielsweise für eine der zahlreichen 1. Mai Veranstaltungen, um dort gemeinsam weiter für diesen „Streik“ zu mobilisieren. In diesem Sinne stellt unsere Aktion und die Webseite hier ein kleines Vernetzungstool dar, mit dem wir auch über den konkreten Aktionsmonat hinaus einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch organisieren wollen. Im November 2008 waren wir darüber hinaus an dem ersten bundesweiten Treffen von Arbeitnehmern in der persönlichen Assistenz (UAPA) beteiligt, die diese Aktion unterstützen. Mit UAPA entsteht ein spannender überregionaler Zusammenschluss von Beschäftigten, der sich auch langfristig für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bereich ambulanter Pflege und Assistenz einsetzt.
(mehr siehe hier)

Die Aktion „Scheiß-Streik I“ selbst wollen wir ab Juli 2009 in einer Multi-Media-Installation mit weiteren Hintergrundinformationen zusammenfassen. Diese Installation soll als Reiseausstellung in Galerien, Gewerkschaftsräumen und an anderen passenden Orten gezeigt werden, um so auch nach dem Aktionsmonat für Aufmerksamkeit zu sorgen. Wir würden uns freuen, wenn Ihr die Installation auch in Eurer Stadt zeigt.
(mehr zu der Installation „Skatologisches Skandalon“ findet Ihr hier)

Für uns in Berlin bietet die Aktion darüber hinaus einen Auftakt, um Anfang 2010 Einfluss auf die Neuverhandlungen der Vergütungssätze – d.h. indirekt auf die Neuverhandlung unserer Löhne – zu nehmen. Diese werden zwischen öffentlichen Kostenträgern und paritätischem Wohlfahrtsverband als Interessensvertretung der Arbeitgeber ausgeklüngelt. Wir als Arbeitnehmer sind Opfer dieses Kartells der Kostendrücker und werden andere Formen finden müssen, um unsere berechtigten Interessen durchzusetzen. Der Scheißstreik ist hierfür ein erstes Mittel und wir werden 2010 mit weiteren öffentlichen Aktionen Stellung beziehen.
(mehr zu den Auseinandersetzungen in Berlin und mit unserem Arbeitgeber findet Ihr hier)

Gefördert durch:
Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt
Solidaritätsfond der Hans-Böckler-Stiftung