|
Verpufft die Aktion nicht einfach ohne etwas zu verändern? |
|
Natürlich ist es schwierig, grundsätzlich etwas an den extrem schlechten Arbeitsverhältnissen im Bereich der ambulanten Pflege und persönlichen Assistenz zu verändern. Unsere Aktion kann erst einmal nur öffentliche Aufmerksamkeit auf die miserable Situation lenken - dazu bedienen wir uns des drastischen Mittels „Scheiße“ als Botenstoff für unhaltbare Zustände. Die Aktion kann nicht ersetzen, dass Ihr Euch konkret an Eurem Arbeitsplatz mit Euren Kolleginnen organisieren und auch dort für bessere Arbeitsbedingungen streiten müsst. Vielleicht könnt Ihr diesen Scheiß-Streik zum Anlass nehmen, um mit KollegInnen ins Gespräch zu kommen. Verabredet Euch beispielsweise für eine der zahlreichen 1. Mai Veranstaltungen, um dort gemeinsam weiter für diesen „Streik“ zu mobilisieren. In diesem Sinne stellt unsere Aktion und die Webseite hier ein kleines Vernetzungstool dar, mit dem wir auch über den konkreten Aktionsmonat hinaus einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch organisieren wollen. Im November 2008 waren wir darüber hinaus an dem ersten bundesweiten Treffen von Arbeitnehmern in der persönlichen Assistenz (UAPA) beteiligt, die diese Aktion unterstützen. Mit UAPA entsteht ein spannender überregionaler Zusammenschluss von Beschäftigten, der sich auch langfristig für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bereich ambulanter Pflege und Assistenz einsetzt. (mehr siehe hier)
Die Aktion „Scheiß-Streik I“ selbst wollen wir ab Juli 2009 in einer Multi-Media-Installation mit weiteren Hintergrundinformationen zusammenfassen. Diese Installation soll als Reiseausstellung in Galerien, Gewerkschaftsräumen und an anderen passenden Orten gezeigt werden, um so auch nach dem Aktionsmonat für Aufmerksamkeit zu sorgen. Wir würden uns freuen, wenn Ihr die Installation auch in Eurer Stadt zeigt. (mehr zu der Installation „Skatologisches Skandalon“ findet Ihr hier)
Für uns in Berlin bietet die Aktion darüber hinaus einen Auftakt, um Anfang 2010 Einfluss auf die Neuverhandlungen der Vergütungssätze – d.h. indirekt auf die Neuverhandlung unserer Löhne – zu nehmen. Diese werden zwischen öffentlichen Kostenträgern und paritätischem Wohlfahrtsverband als Interessensvertretung der Arbeitgeber ausgeklüngelt. Wir als Arbeitnehmer sind Opfer dieses Kartells der Kostendrücker und werden andere Formen finden müssen, um unsere berechtigten Interessen durchzusetzen. Der Scheißstreik ist hierfür ein erstes Mittel und wir werden 2010 mit weiteren öffentlichen Aktionen Stellung beziehen. (mehr zu den Auseinandersetzungen in Berlin und mit unserem Arbeitgeber findet Ihr hier)
Gefördert durch: Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt Solidaritätsfond der Hans-Böckler-Stiftung
|